Ertan Hydroelectric Project - China

 

Das Land - Das Leben

Zum Kennenlernen der Natur und vor allem der Lebensweise der chinesischen Bevölkerung begab ich mit anderen Campbewohnern fast jeden Sonntag auf Exkursion in die nähere Umgebung oder in die 40 km entfernte Millionenstadt Panzhihua. In den ländlichen Gebieten läuft das tägliche Leben fast noch wie vor Hunderten von Jahren ab.

Spielende Kinder in einem Dorf in der Nähe unseres Camp

Hauptnahrungsmittel ist Reis, der auf mit Wasserbüffeln beackernden Teerassenfeldern angebaut wird. Die Wasserversorgung der Felder erfolgt durch ein ausgeklügeltes, aber einfaches Bewässerungssystem

 

Bewässerunssystem der Felder

Die chinesischen Bauern leben in sehr einfachen Verhältnissen. Meist besitzen sie ein kleines, in Lehmbauweise errichtetes Haus, das von wenigen Quadratmetern Land zum Betreiben einer für die Existenz der Familie ausreichenden Landwirtschaftsfläche umgeben ist. Zum Gelderwerb wird mit dem erzielten Ernteüberschuss gehandelt. Die meisten Häuser besitzen einen Stromanschluss, der eben zum Betreiben einer Glühlampe oder eines Fernsehers mit Satellitenanlage ausreicht.

 

Bauernhäuser

Zum Besuch eines Arztes oder des Marktes sind oft mehr als 25 km zu Fuß auf schmalen Pfaden zu bewältigen. Das Wasser zu Essenszubereitung und zur Körperpflege wird aus dem nächstgelegenen Bach herangeschafft. Nicht selten badeten oberhalb der Entnahmestelle Wasserbüffel oder wuschen andere Chinesen Ihre Wäsche.

Chinesin beim Wäsche waschen

Bei den hin und wieder an die europäischen Ausländer ausgesprochenen Einladungen zu einem gemeinsamen Essen zeigte sich dann sehr schnell die Standhaftigkeit unserer Mägen. Die Gerichte enthielten für uns oftmals sehr exotische Zutaten. Bambussprossen kennen die meisten Europäer von chinesischen Gaststätten in Deutschland - Schweindärme, Hunde- und Schlangenfleisch waren jedoch anfänglich nur unter großer Überwindung zu verzehren. Nach einer Gewöhnungsphase schmeckten uns diese immer sehr scharf zubereiteten Gerichte gut.

 

Imbißstand für geröstete Innereien und Därme in der Stadt Panzhihua

In den Gaststätten waren wir bei der Bestellung des Essens wegen der für uns unbekannten chinesischen Schriftzeichen immer gezwungen, unsere Wünsche der Bedienung in der Küche durch zeigen zu verdeutlichen. Der Besuch in der Küche offenbarte uns, dann die Umstände, unter denen das Essen zubereitet wurde. Hygiene im europäischen Sinne versuchten wir vergeblich. Oftmals lief das Frischfleisch noch durch die Küche.

Typische Küche in einem ländlichen "Restaurant"

Aber auch andere lebende Tiere, die Europäer als Ungeziefer deklarieren und nichtunbedingt in einer Küche finden wollen, konnten wir oft entdecken. Bekämpft wurde das fliegende Ungeziefer zumeist mit Ungeziefer-Ex aus der Spraydose. Dabei zeigte sich jedoch ganz krass, welche Folgen die "Segnungen" unserer Zivilisation in einer Gesellschaft, die sich gerade auf den Sprung vom Mittelalter in die Industriegesellschaft befindet, zeitigen kann. So war es oft üblich, das zu servierende Gericht direkt durch einen Sprühstoß aus der Spraydose ungezieferfrei zu halten. Auch der überall herumliegende Müll jeglicher Art sowie die hohe Luftverschmutzung in den industrienahen gebieten offenbarte uns die gewaltigen Probleme des Landes im Umgang mit seine Umwelt