Ertan Hydroelectric Project - China

 

China - Ein Praktikum bei HOCHTIEF im Land des Lächelns an einem der größten Wasserkraftwerke Asiens

Nach Abschluss des 8. Semesters im Studiengang Bauingenieurwesen an der Bauhaus-Universität war ich als Praktikant der HOCHTIEF AG auf der Baustelle „Kavernenkraftwerk Ertan“ Los 2 in der Volksrepublik China tätig. Dort viereinhalb Monate zu arbeiten , zu leben und eine der europäischen Welt sehr fremde Kultur kennenzulernen, ist eine ganz besondere Erfahrung, die ich an Freunde und Verwandte in Deutschland gesendet habe, recht gut widerspiegelt. Am Anfang war die Frustration mit der chinesischen Lebensart und den Wertvorstellungen, am Ende war ein wenig Euphorie, die Chinesen jetzt besser verstehen und dann gleich wieder die Trauer, das gerade schätzen gelernte Land wieder zu verlassen.

Mein Aufenthalt in China war sehr interessant. Er hat mir aber auch viel Einfühlungsvermögen, Geduld und Energie abverlangt. Andere Studenten, die im Rahmen von Praktika in China ein ganzes Jahr verbringen, verdienen Anerkennung.

Staumauer am Yalong-Fluß bei Nacht, 700 x 200 x 20m

 

Angefangen hat alles im Frühjahr 1996, als ich mich in der Zeitschrift „Karriereführer für Bauingenieure“ über Firmenportraits informierte. Dabei las ich auch, dass die HOCHTIEF AG Praktika im Ausland anbietet. Vor meiner Bewerbung für ein Praktikum im Ausland studierte ich im World Wide Web die HOCHTIEF – Homepage (http://www.hochtief.de) mit den Tätigkeitsfeldern und den Bauprojekten der Hochtief AG. Ich nutzte zunächst das für derartige Bewerbungen vorbereitet E-Mail und bewarb mich bei dem unter Bauingenieuren geschätzten Baubetrieb HOCHTIEF um einen Auslandspraktikumplatz. Nach dem formellen Bewerbungsverfahren, das ein Bewerbungsgespräch in der Hauptzentrale von HOCHTIEF in Essen einschloss, erhielt ich im Juni 1997 den erwünschten Praktikantenvertrag für die Baustelle  "Kavernenkraftwerk Ertan" Los 2 am Fluss Yalong in der Volksrepublik China. 

Den Bau des ersten der elf geplanten Wasserkraftwerke am Yalong Fluss finanziert China aus eigenen Mitteln sowie mit Unterstützung der Weltbank. Es wird das größte Wasserkraftwerk Asiens im Jahr 2000 sein. Der Bau des Wasserkraftwerks ist in Baulose unterteilt. Das 1. Baulos - der Bauauftrag für die Staumauer samt Betriebseinrichtungen - ging an ein italienisch - chinesisches Jointventure. Baulos 2, welches alle Unter-Tage-Bauarbeiten und den Bau des Krafthauskomplexes umfasst, erhielt ein deutsch-chinesisches Jointventure, welches sich aus der HOCHTIEF AG, HOLZMANN AG und der chinesischen Gezhouba Changijang zusammensetzt.

Am 4.August 1997 erreichte ich nach einem zwölfstündigen Flug von Frankfurt über Bangkok die Hauptstadt der chinesischen Provinz Yunnan, Kunming. Daran schloss sich eine mehrstündige abenteuerliche Zugreise in einfachst ausgestatten und überfüllten Waggons (aus DDR - Produktion) in die Millionenstadt Panzhihua an. In das internationale Camp der Baustelle, welches sich 40 km von Panzhihua befindet, gelangte ich schließlich mit dem Auto.

Das Baustellencamp der Europäer inmitten der abgeschiedenen Bergwelt Chinas